Der Druck gibt den Ton an

Wie viel Gas beim Schweißen?

Vielleicht lässt sich der Rahmen doch noch schweißen? In der hintersten Garagenecke steht schon seit Langem ein MAG-Schweißgerät mit Gasflasche. Gedacht – getan: Alles ordentlich aufgebaut, sauber gemacht und schon kann es los gehen. Allerdings liegt der Schweißlehrgang schon einige Jahre zurück, und nachdem das Schweißgerät in Stellung gebracht und angeschaltet ist, stellt sich die Frage:

Wie viel Gas wird überhaupt benötigt?

Grundsätzlich gilt: Der Schutzgasbedarf richtet sich nach dem Durchmesser des verwendeten Schweißdrahtes. Hobbybastler bzw. Heimwerker können sich dabei nach einer einfachen Faustformel richten:

Gasmenge (gemessen in Liter pro Minute) = Drahtdurchmesser (in Millimeter) multipliziert mit dem Faktor 10

Das heißt in der Praxis:

Drahtdurchmesser 0,6 = Gas circa 6 l/min
Drahtdurchmesser 0,8 = Gas circa 8 l/min
Drahtdurchmesser 1,0 = Gas circa 10 l/min

Wie wird die Gasdurchflussmenge eingestellt?

Der richtige Druckminderer machts! Dieser wird direkt an der Gasflasche angeschlossen und hat zwei verschiedene Manometer. Eines davon zeigt den Gasflascheninhalt an, wobei die volle Flasche eines Argon-Co2-Gemisches in der Regel 200 bar aufweist. Bei reinem Argon oder reinem Co2 sind es dagegen 55 bar. Am zweiten Manometer wird der Arbeitsdruck, das heißt: die Gasdurchflussmenge in Liter pro Minute angezeigt.

Wie wird die Gasdurchflussmenge eingestellt?

Ganz einfach: Am unteren Teil des Druckminderers befindet sich eine Einstellschraube. Je nach Hersteller ist das entweder eine sogenannte Flügelschraube“ oder ein Rad aus Kunststoff.

Achtung! Die Gasdurchflussmenge muss bei strömendem Gas eingestellt werden. Ansonsten stimmen die Werte, die der Druckminderer anzeigt, nicht. Das heißt also: Zuerst den Brenntaster betätigen, dann auf das Manometer schauen und gegebenenfalls nachstellen. Natürlich legt der Schweißdraht auch sofort los. Deshalb sollte der Drahtvorschub während der Gaseinstellung unterbrochen werden. Je nach Schweißgerät geschieht das entweder durch das Aushängen der Drahtrolle oder ein Ausklinken der Drahtandruckrolle.

Was passiert, wenn der Gasdruck nicht stimmt?

Zu viel oder zu wenig Schutzgas hat immer ein schlechtes Schweißergebnis zur Folge. Es entstehen Lunker, Poren oder eine instabile „kalte“ Verbindung. Wer im Freien arbeitet, sollte zusätzlich noch darauf achten, dass ein ausreichender Windschutz vorhanden ist, denn ein Windstoß kann das Schutzgas ganz einfach von der Schweißstelle wegblasen.

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