Wohn doch wo du willst!

Wer sich intensiver mit alternativen und nachhaltigen Wohnformen beschäftigt, stolpert früher oder später über sogenannte „Tiny Houses“.

Das Thema des nachhaltigen Wohnens in den Mini-Häusern hat sich in den letzten Jahren zu einer richtigen Bewegung entwickelt.

Aus den USA ist das Tiny-House-Movement mittlerweile auch zu uns nach Europa herübergeschwappt.

…und das ist gut so!

Es gibt zahlreiche Varianten dieser Tiny Houses, von denen wir ja auch schon Einige vorgestellt haben.

Da wäre zum einen der amerikanische „Klassiker“, ein meist in Holzständerbauweise errichtetes Haus, welches auf einem Trailer, also PKW Anhänger verankert ist. Praktisch, weil es mobil ist und man wegen des Gewichtes nicht unbedingt einen „Monstertruck“ zum Bewegen benötigt.

Man ist ortsunabhängig, kann das Teil auch mal in einer Hofeinfahrt abstellen oder als Aussenbüro im eigenen Garten nutzen. Also kurz gesagt, ein Wohnwagen, nur schöner und praktischer.

Einziger Haken in Europa und besonders in Deutschland: Die vielen Vorschriften bzgl. Aufbau auf einem Hänger. Könnte man aber dadurch umgehen, indem man das Tiny House nicht fest mit dem Trailer verbindet, sondern es als „Transportgut“ deklariert.

Eine andere Variante ist ein mobiles Haus-Modul, das wir neulich bei homify.de entdeckt haben.

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photocredit: Ábaton / homify

Dort wurde ein transportables Modulhaus vorgestellt, das von einem LKW huckepack genommen wird und an jedem gewünschten Ort, der natürlich per LKW erreichbar sein muss, aufgestellt werden kann.

So ähnlich, wie ein Shipping Container. Vorteil: Es gibt verschieden Größen, somit kann es erweitert werden, je nach Platzbedarf.

Nachteil gegenüber einem Tiny House auf „eigenen Rädern“: Geringere Flexibilität, man kann das Haus nicht mal eben so einfach umsetzen.

Die mobilen Haus-Module wurden vom spanischen Architekturbüro Ábaton Arquitectura realisiert.

Noch ein Wort zur Versorgung: Bei dem Ábaton Modul ist eine Verbindung mit Wasser-und Stromanschluss vorbereitet und kann, wenn vor Ort vorhanden, in wenigen Arbeitsschritten verbunden werden.

Sollte kein Wasser und Strom am Aufstellort vorhanden sein, bietet Ábaton eine autarke Lösung an, die aber leider nicht näher beschrieben wurde.

photocredit: Ábaton / homify

Ob kleines schnuckeliges Holz-Tiny House, Modulhaus oder Schiffscontainer, eines haben alle Wohnformen gemeinsam: Freiheit, Flexibilität, Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit.

Wir sind jedenfalls von den verschiedenen Modellen immer wieder begeistert und freuen uns, das der „Trend“ des Downsizing im Wohnbereich endlich auch bei uns angekommen ist.

Übrigens, aktuell gibt es auf startnext.de ein Crowdfunding Projekt, das sich auch mit dem Thema Tiny House befasst. Die Tage werden wir da mal näher drauf eingehen.

5 Kommentare

  1. Wolfgang Hartmann

    Genau so ist es! Auch wenn man in Deutschland sämtliche Vorschriften hat die das Wohnen ein bisschen schwerer machen gibt es immer noch viele alternativen. Das Transportable Modulhaus ist beeindruckend.
    lg
    Wolfgang

  2. Texterlounge

    Sehr schöner Artikel. Die „Lebensform“ reizt mich schon lange. So weit ich weiß, gibt es aber in Deutschland noch ein ganz anderes Problem, nämlich das des festen Wohnsitzes. Meines Wissens muss man doch eine feste Wohnadresse haben, deshalb darf man nicht einfach im Garten wohnen.
    Was mich auch noch interessieren würde: Wie winterhart sind die Häuschen? Als notorische Frostbeule mag ich natürlich auch bei Minusgraden nicht frieren. Ob da einfache Dämmungen ausreichen, wage ich zu bezweifeln. Aber wenn alle Bedenken mal ausgeräumt sind, werde ich mir sicher auch so ein Häuschen zulegen.

    Sehr interessanter Blog, ich bleib dran. 🙂

    Gruß Gabi

  3. Sehr schöner Artikel, ich bin immer wieder von den neuen Wohn-Trends begeistert freu mich neue Ideen des Wohnens zu entdecken. Ich bin einer Meinung mit dir: Freiheit, Flexibilität, Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit zeichnen die neuen Trends aus.

    Weiterhin viel Erfolg.

  4. Heinz Breilmann

    das Konzept ist klasse,
    wer sich dafür interessiert, der frage mal bei Schaustellern nach, die leben das schon lange, die wissen auch wie man trotz der Breitenvorschriften für „Fahrzeuge“ in Europa im Inneren Platz schafft, Stichwort „Slideout“
    Wenn das vernünftig gemacht ist, treibt das natürlich die Kosten in die Höhe, in der Summe sind da sicher nicht weniger Investitionen als beim herrkömmlichen bauen nötig.

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