Upcycling: Waschtisch aus Kommode bauen

Alte Kommoden haben ihre ganz eigene Geschichte. Jahrzehnte alt, hängen wunderbare Erinnerungen an dem Möbel. Doch manchmal kommen neue, moderne Sideboards, die die alten Schätze ersetzen, oder man hat sich einfach satt gesehen an dem klassischen Lieblingsteil. Eine Lösung: Upcycling. Als Waschtisch eignet sich die alte Kommode ideal. Mit einem Einbau- oder Aufsatzwaschbecken ist das schmucke Möbelstück der Hingucker im Bad und auf jeden Fall ein Unikat.

Voraussetzungen für das Upcycling-Projekt
Leider eignen sich nicht alle Kommoden für den Einsatz als Waschtisch. Die Kommode sollte etwa 80 bis 90 cm hoch sein, sodass das Waschen am später aufgesetzten oder eingebauten Waschbecken leicht fällt. Zudem stellt die Feuchtigkeit im Badezimmer eine Herausforderung dar. Die nasse Umgebung lässt zum Beispiel die einzelnen Schichten eines Furnier-Möbels abblättern. Mit einer Kommode aus Massivholz habt ihr bessere Karten – die sind von Natur aus robust. Dennoch solltet ihr das Material mit farblosen Hartwachsöl vorbehandeln. Durch diese Schicht kann das Holz nicht aufquellen und das Wasser perlt einfach von der Oberfläche ab.

Aufsatzwaschbecken oder Einbauwaschtisch?
Nun müsst ihr euch entscheiden: Möchtet ihr ein Waschbecken cool auf die Kommode aufsetzen? Der Kontrast der weißen Keramik zu dunklem Holz ist schön anzusehen. Oder möchtet ihr den Waschtisch in die Kommode einbauen? Das ergibt eine harmonische Kombination für den Waschplatz. Achtet darauf, dass die Höhe der Waschbecken-Oberkante idealerweise zwischen 80 und 90 cm liegt. Je nach Waschbecken-Modell kann die Höhe variieren. Weitere Tipps zur Auswahl des Waschbeckens findet ihr zum Beispiel bei Calmwaters.

Jetzt geht’s an das Eingemachte
Fällt die Wahl auf das Aufsatzbecken, müsst ihr zwei kreisrunde Löcher mit der Lochsäge aus der Oberfläche des Tisches heraussägen. Eins für den Abfluss und eins für die Armatur. Messt den Abstand und die Lage der Bohrpunkte entsprechend des Waschbeckens aus. Die Größen der Bohrungen sind je nach Modell unterschiedlich, im Durchschnitt beträgt der Durchmesser für den Ablauf 45 mm und für die Armatur 35 mm.
Ihr entscheidet euch für ein Einbauwaschbecken? Super, dann wartet ein Stückchen mehr Arbeit auf euch. Damit das Waschbecken fast vollständig in der Kommode verschwindet, muss ein entsprechender Ausschnitt in der oberen Fläche her. Legt die Waschschüssel dazu kopfüber auf den Tisch. Beachtet dabei, dass sich der Ablauf idealerweise oberhalb des Abwasserrohrs in der Wand befindet. Zeichnet den Umriss mit einem zarten Stift auf die Holzfläche. Sägt nun einen ca. 2 cm kleineren Ausschnitt aus – so erreicht ihr, dass die Kante des Waschbeckens auf dem Tisch aufliegt.
Nun wird es Zeit, Öffnungen für die Wasserab- und -zuläufe in die Rückwand der Kommode zu sägen. Hat die Kommode Einlegefächer oder Schubladen, die dem Siphon den Platz versperren? Dann solltet ihr auch hier zu einer Säge greifen und den Tisch auf sein Leben als Waschtisch-Unterbau vorbereiten.

Schnittkanten abdichten
So, der Großteil ist geschafft! Damit ihr lange etwas von dem neuen Waschtisch habt, dichtet alle Bohrlöcher und Schnittflächen mit pilzhemmendem Sanitär-Silikon ab. Wenn der Tisch bündig an der Wand steht, solltet ihr zudem die Fuge zwischen Tisch und Wand mit der Masse abdichten. So verhindert ihr, dass Wasser und Schmutz hinter die Kommode gelangen.

Waschbecken montieren
Last but not least steht die Waschbecken-Montage an. Geübte Hobby-Handwerker schaffen das mit Links. Wer sich die Installation selbst nicht zutraut, sollte einen Fachmann zu Rate ziehen – immerhin sind Arbeiten an den Wasserleitungen nicht immer ungefährlich. Hier eine Kurzanleitung:
1 Wasserzufuhr an den Eckventilen absperren
2 Armatur am Waschbecken anschließen
3 Waschbecken anbringen: Bei Einbauwaschbecken den inneren Rand großzügig mit Sanitär-Silikon einstreichen und vorsichtig in das zuvor ausgesägte Loch setzen. Bei Aufsatz-Waschbecken großflächig Sanitär-Silikon auf die Unterseite auftragen, exakt über die Öffnungen aufsetzen.
4 Schläuche an Eckventilen montieren
5 Ablaufgarnitur anschließen
6 Siphon montieren
7 Wasser einschalten, Dichtungen überprüfen
Und fertig ist das DIY-Projekt! Wie so ein fertiger Upcycling-Waschtisch aussehen kann? Hübsch – und immer anders!

Beispiele findet ihr bei Pinterest. Einen ganz außergewöhnlichen Waschtisch aus einem alten Fahrrad kannst du hier bestaunen.

1 Kommentare

  1. Das ist ein sehr schäner Beitrag, Upcycling ist klasse! Schade nur, dass ihr keine Bilder habt, es wäre interessant zu sehen, wie das so aussehen könnte 🙂 Liebe Grüße, Kathreen von „Mach mal“

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