Über unseren Wohnmobil Urlaub in den USA und was du da auf jeden Fall dabeihaben solltest

Okay, wir glauben, es wird mal wieder Zeit, für einen etwas längeren Artikel. Wir haben bisschen Urlaub gemacht und waren zugegebenermaßen auch ein wenig schreibfaul.

Deshalb gab es hier nicht ganz so viele posts, wie sonst gewohnt. Wir könnten jetzt auch die allseits beliebte „Ausrede“, dass wir gerade an einem „Projekt“ arbeiten, so nebenbei einfliessen lassen.

Ja, das stimmt auch irgendwie, ist aber nix weltbewegendes. Um es zu konkretisieren: Wir stellen gerade für einige unserer Hauptthemen, wie z.B. Bike Hacks und Co, Camping, Tiny Living, usw ein paar coole Produkte zusammen, die uns und hoffentlich auch dir gefallen und die du dann via affiliate-Link erwerben oder zumindest näher anschauen kannst.

Irgendwie müssen wir ja wieder ein wenig Kohle für den nächsten Trip machen 🙂

Ist natürlich nicht ganz so ernst gemeint mit der Kohle, aber so bekommen wir die Kurve zurück zu unserem USA Wohnmobil-Urlaub.

Ende Mai bis Ende Juni waren wir in den USA und sind dort fast drei Wochen mit einem Wohnmobil unterwegs gewesen.

RV heissen die Dinger da drüben, sprich Recreational Vehicle.

DSC01397Trotz unserer zahlreichen Urlaube in den USA, war es das erste Mal, dass wir uns ein Wohnmobil gemietet hatten…

…und bestimmt nicht das letzte Mal. Es war eine ganz neue Erfahrung, im warsten Sinne des Wortes.

So eine Wohnmobil-Tour ist schon cool. Man hat sein kleines Zuhause immer dabei, steht mitten in der Natur, kann die Nationalparks besser erkunden, weil man auf den Campgrounds meist mittendrin ist und die Parks auch noch erwandern und geniessen kann, wenn die vielen Tagestouristen schon wieder die Heim- oder Weiterreise antreten müssen.

Zu unserem RV: Wir hatten ein für 2 Personen super geräumiges, ca 7 Meter langes Womo mit Dusche, WC, einem großen Bett, Küche mit Backofen, Kühlschrank mit großem Eisfach und Microwave.

Es hat also an nichts gefehlt.

Klar, die ersten Tage muss man sich erstmal ein bisschen „eingrooven“. Man muss checken, wie der ganze Technikkram so funktioniert und wie man auf dem, im Gegensatz zur eigenen Butze, doch weitaus geringeren Platz zurechtkommt.

Die technischen Dinge waren aber ganz easy zu handeln und an der Vermietstation bekamen wir ja auch eine prima Einweisung ins Fahrzeug.

Der Abholtag ist halt immer ein wenig stressig, zum Glück hatten wir ein Early Pick Up-Paket gebucht, so dass wir schon gegen halb neun bei El Monte unseren Camper übernehmen konnten.

Nachdem wir dann unsere Einweisung, Papierkram usw erledigt hatten, mussten wir natürlich erstmal unseren Kühlschrank auffüllen und steuerten direkt einen großen Supermarkt an. Besser gesagt zwei, weil wir ja an unser Budget denken mussten und deshalb nicht nur bei Walmart, sondern auch bei einer Kette Namens „99 Cents only“ stoppten um dort Lebensmittel zu shoppen.

An diesem Tag war es verdammt heiss und nachdem wir unsere Einkäufe verstaut hatten, fuhren wir sicherheitshalber noch mal zur Vermietstation, um den Kühlschrank, der irgendwie nicht so richtig kühlte, checken zu lassen. Sicher ist sicher. Wenn man erstmal on the road in der Pampa ist, ist es schwierig einen Fachmann zu fragen.

Ein Techniker bestätigte uns aber, dass der Fridge funktioniere, es aber bei Außentemperaturen von über 40 Grad Celsius eine Weile dauere, bis der seine volle Leistung erreiche.

Tipp
Tipp: Eiswürfel kaufen und je einen Sack ins Tiefkühlfach und einen in den Kühlschrank legen, dann kühlt der schneller runter.
Tipp
Noch ein Tipp: Der Fridge kann ja sowohl mit Strom aus der Batterie, mit Strom vom Campground (wenn vorhanden), als auch mit LPG (Liguid Propane Gas) betrieben werden. Wir haben festgestellt, dass der Kühlschrank mit Gas am besten funktioniert hat. Man sollte halt nur drauf achten, dass der RV auf der Campsite möglichst gerade steht und ganz gut ausnivelliert ist.

Zu unserer Tour werden wir demnächst nochmal etwas schreiben, sonst sprengt das hier den Rahmen. Wir beschränken uns aktuell erstmal auf den Camper ansich.

Da gibt so ein paar Dinge, die im Gegensatz zu europäischen Wohnmobilen etwas anders laufen. Da wäre zum einen ein fest installierter Gastank, der uns bestimmt für drei Wochen gereicht hätte, den wir aber in der letzten Woche doch noch mal an einer Tanke auffüllen liessen. Nix mit Gasflasche kaufen, wechseln und so.

Gas tanken war ´ne spannende Sache, sagen wir euch, wenn man das Gefühl hat, dass die „Gas-Auffüll-Lady“ so gar keinen richtigen Plan hat, noch nebenbei telefoniert, es irgendwie nach zu viel Gas in der Luft riecht und du am liebsten das Weite suchen möchtest.

Wir, die Lady und das Womo haben´s überlebt. Ist nix in die Luft geflogen.

Ein weiteres heikles Thema ist die Entsorgung von diversen Flüssigkeiten, die zwangsläufig im Laufe des Urlaubs ansteht. Dumpen heisst das Zauberwort, also Schwarz- und Grauwasser an einer Dumpstation entsorgen.

Nicht der tollste Job, besonders wenn man das zuvor noch nie gemacht hat.

Sich dafür Gummihandschuhe zu besorgen, sollte man nicht vergessen, um schon mal eine Sache zu nennen, die man unbedingt dabei haben sollte.

Wir wollen jetzt nicht in Detail gehen, aber der Ablauf ist folgendermassen: Du stülpst dir die Gummihandschuhe über, holst den Abwasserschlauch raus, schraubst den Deckel vom Ensorgungstank auf, schliesst den Schlauch an und hängst das andere Ende ins meist übel riechende Ensorgungsloch an der Dumpstation.

Und dann Wasser Marsch, also erst den Schwarzwassertank der Toilette und dann den Grauwassertank von Dusche, Wasch-und Spülbecken entleeren.

Wenn das erledigt ist, alles wieder ordentlich verschliessen, also die Schieber wieder auf „zu“, den Schlauch abdrehen, Deckel wieder drauf und dann den Schlauch spülen und möglichst drauf achten, dass das Wasser nur den Schlauch und nicht auch dich spült, was je nach Dumpstation mal mehr oder weniger gut funzt.

Dumpstationen findet man meist auf größeren Campingplätzen oder teilweise sogar an größeren Tankstellen. Wir haben z.B. in Moab / UT an einer Maverick Gas Station kostenlos gedumpt und sogar Frischwasser aufgefüllt.

Du kannst auch unter sanidumps.com/ nach einer Station in deiner Nähe suchen.

DSC01530Noch ein Unterschied zu den europäischen Wohnmobilen ist der doch recht eigenwillige Einrichtungsstil. Obwohl unser RV erst ca. 8000 Meilen auf der Uhr hatte, also recht neu war, sah die Inneneinrichtung eher so nach Gelsenkirchener Barock aus. Braun in allen Facetten war hier die dominierende Farbe.

Naja, über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, auch bei den Wohnmobilen hierzulande gibt es Inneneinrichtungen mit zweifelhaftem Interior.

Auch der immens hohe Benzinverbrauch, auch wenn man das Gaspedal nur streichelt, stößt einem eher negativ auf. Liegt wohl auch an den wuchtigen Einbauten und an dem dadurch resultierenden Gewicht des Fahrzeugs.

Trotzdem würden wir jederzeit wieder so ein RV mieten. Wir sind quasi angefixt und denken darüber nach, uns hier so einen ausgebauten Kastenwagen zuzulegen. Logisch, dass da die Innenraumdimensionen etwas kleiner ausfallen, aber für zwei Personen passt so ein Teil bestimmt ganz gut. Wir werden das demnächst mal testen.

Aktuell lesen wir viele Blogs, wo es um das das Thema Kastenwagen-Wohnmobil geht. Auch spannend sind Blogs und Foren von Selbstausbauern. Sven würde sich am liebsten selber so einen Kastenwagen ausbauen. Das hätte den Vorteil, dass man sich den so gestalten könnte, wie man möchte. Also wir halten ja Ausschau nach einer eierlegenden Wollmilchsau, die es so von der Stange aber nicht gibt.

Problem bei einem Selbstausbau ist der große Zeitaufwand und andere Faktoren. So braucht man erstmal ein geeignetes Fahrzeug. Und da wird es schon schwierig. Viele bezahlbare Gebrauchte sind runtergerockte Handwerkerkutschen, die man nicht unbedingt als Basis möchte.

Die Dämmung muss supergut erledigt werden, am besten mit Hohlraumversiegelung und ganz ohne Kältebrücken, sonst hast du schöne kleine feuchte Stellen, die du erst dann siehst, wenn daraus Rost wird.

Wenn man dann die Kosten zusammenrechnet, läuft es dann doch eher auf einen „fertigen“ Neuen oder auf einen Jahreswagen hinaus. Gewisse Modifizierungen, wie zum Beispiel eine Solaranlage um ein wenig autarker zu sein, müssen dann nach dem Kauf noch erledigt werden.

Ein lesenwertes Blog bzw. Online Mag genau zu diesem Thema ist whatabus.de, geschrieben von Selena und Marc, die über ihr Wohnmobil und die Touren damit, berichten.

Achso, fast vergessen zu erwähnen, was uns gefehlt hat auf unserer Tour bzw. was wir vergessen haben. Nichts Überlebensnotwendiges, aber für ein noch chilligeres Camperleben unverzichtbares Element: Eine Hängematte.

Wir hatten so viele schöne Campsites, wo wir so ein Teil hätten hinhängen können, aber irgendwie kam uns der Gedanke erst nach der Hälfte der Mietzeit. Da hätte sich ein Kauf nicht mehr unbedingt gelohnt und wir hatten auch keine Gelegenheit eine Hängematte zu besorgen.

Erst ziemlich am Ende des Roadtrips kamen wir nochmal an einem großen Outdoor-Store vorbei und haben diese leichten Hängematten aus Fallschirmseide* gesehen.

So eine ist dann definitiv beim nächsten RV Urlaub im Gepäck. Dafür lassen wir bestimmt ein paar Klamotten zu Hause.

Wir haben nämlich zu viel eingepackt.

Tipp
Tipp und Erkenntnis von uns: Lieber mal zwischendurch einen Waschsalon aufsuchen und bisschen Wäsche waschen. Gerade die Amis sind mit solchen laundries ganz gut bestückt und selbst im hintersten Nest findet sich meist eine öffentliche Waschmaschine. 

…und jetzt noch ein paar andere Dinge, die du auf jeden Fall bei einer Wohnmobil-Tour dabeihaben solltest:

  • Kabelbinder, die sind MacGyver mässig universell einsetzbar
  • Multitool, der Schraubendreher daran hat uns geholfen, einen klappernden Klapptisch zur Verlängerung der Arbeitsfläche abzuschrauben. Erst am Abgabetag haben wir das schwere Ding wieder an die viel zu schwach ausgelegten Klappwinkel geschraubt.
    Auch das Taschenmesser daran war hilfreich, um Holzstöckchen fürs Marshmallow-Grillen anzuspitzen. Wir wollten ja schliesslich sämtliche Camping-Klischees erfüllen.
  • Duct Tape / Gaffer-Tape oder auch Panzer-Band genannt. Auch so ein Macgyver Allround Hilfstool, ganz nach dem Motto: „If it´s still broken, you haven´t used enough Duct Tape“

Wir hoffen, wir haben euch jetzt eher Lust auf einen Wohnmobil-Trip gemacht als abgeschreckt. Uns hat es jedenfalls riesigen Spaß gemacht und wir werden das bestimmt in naher Zukunft wiederholen.

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