Terrassendach selber bauen

aussen wohnzimmerUnser „Außenwohnzimmer“ ist bei dem etwas verregneten Sommer einfach gold wert. Das haben wir hier schon mehrfach betont.

Aber nicht nur im Sommer bietet das Dach des Freisitzes Schutz, sondern es hat das ganze Jahr hindurch allerhand Vorteile. Das Dach über der Terrasse hält nämlich nicht nur den Regen ab, sondern sorgt auch für ein angenehmeres Terrassenklima. Das Terrassendach schützt uns vor heftigem Wind im Außenbereich, wodurch es auf der Terrasse länger gemütlich bleibt.

Außerdem ist es nicht notwendig, das Grillfest abzusagen, wenn sich schlechtes Wetter zusammenbraut. Wir rollen unseren Gasgrill unter das Dach und können so auch bei strömendem Regen locker die Grillparty steigen lassen.

In den Wintermonaten nutzen wir den Freisitz außerdem als zusätzliche Lagerfläche für unser Ofen-Brennholz.

Du hast noch kein Dach über deiner Terrasse und mußt bei Regen immer drin hocken?

Dann baue dir doch ein Dach drüber.

Ein Terrassendach selber zu bauen ist mit etwas handwerklichem Geschick ziemlich einfach. Wenn du Polycarbonat Stegplatten verwendest, ist eine besonders starke Konstruktion gewährleistet, die auch den ein oder anderen Hagel ab kann.

Wie du beim Dachbau vorgehst erläutern wir dir jetzt mal in ein paar einfachen Schritten:

Schritt 1: Bestimme das Format des Daches

Bevor du anfangen kannst mit dem Terrassendach, muss das Format bestimmt werden. Hierbei sind drei Dinge ausschlaggebend:

  • Die Höhe der Fassade – Wichtig, wenn die hohe Seite gegen die Hausfassade aufgestellt wird
  • Flügeltüren nach außen öffnend – Bei einer zu steilen Böschung kann die Oberseite einer Flügeltüre das Dach oder die Konstruktion streifen
  • Die minimale Durchgangshöhe – Die Unterseite der Konstruktion sollte an der niedrigsten Seite nicht weniger als 2,20 m hoch sein.

Anhand dieser Kriterien kannst du das Format des Daches berechnen. Bestimme zuerst, wohin das äußerste Ende des Terrassendachs hinkommt (die niedrige Seite). Anschließend berechnest du, auf welche Höhe die hohe Seite gegen die Fassade hinkommt. Das Dach muss ein Gefälle von ca. 5 Grad für den Regenwasserabfluss haben. Dies entspricht einem Gefälle von ca. 10 cm pro Meter.

Als Basismaterial verwendest du Pfähle von mindestens 6×6 cm, Balken von 7×17 cm (Fassaden- und Querbalken) und Balken 4,5×14,5 cm (Längsträger).

Schritt 2: Abstecken der Konstruktion

Wenn das Format des Terrassendaches bestimmt wurde, kannst du die Konstruktion abstecken. Am äußersten Ende (die niedrige Seite) wird das Dach unterstützt von mindestens drei Pfählen. Auf diese Pfähle kommt über die gesamte Breite des Dachs ein Querbalken. Bestimme den Ort, wo die Pfähle in den Boden kommen, und bohre dafür mindestens 60 cm tiefe Löcher.

Danach muss der Fassadenbalken (hohe Seite) angezeichnet werden. Diesen Fassadenbalken kannst du am besten mit Schlagdübeln an der Mauer befestigen. Wir empfehlen dir, je 40 cm einen Dübel zu verwenden. Bohre zuerst die Löcher in den Fassadenbalken, und zeichne anschließend die Bohrlöcher auf die Fassade ab. Bohre dann die Löcher in die Fassade.

Schritt 3: Die Basiskonstruktion aufbauen

Das Konstruieren des Terrassendachs beginnt mit dem Aufstellen des Fassadenbalkens gegen die Mauer. Sorge dafür, dass der Fassadenbalken flach und waagerecht an der Fassade befestigt wird. Dann stellst du die Pfähle für die niedrige Seite in den Boden. Für eine langlebige Konstruktion behandelst du die Unterseite der Pfähle mit Bitumen oder Beize. Sorge dafür, dass beim Aufstellen die Oberseiten der Pfähle in einer Linie liegen und dass diese Linie waagerecht verläuft. Du kannst die Pfähle vorläufig mit Streben fixieren, danach gießt du die Bohrlöcher mit Betonmörtel voll. Sobald der Betonmörtel ausgehärtet ist, kann die Konstruktion weiter aufgebaut werden.

Wenn die Pfähle stabil stehen, kann der vorderste Querbalken gelegt werden. Dieser Balken hat die gleichen Abmessungen wie der Fassadenbalken. Er wird mit dicken Schrauben von oben her auf die Pfähle geschraubt. Für die Stabilität muss der Querbalken auch mit Streben an den Pfählen befestigt werden. Du kannst dich auch für Metallwinkel entscheiden; diese sind weniger sichtbar als Holzstreben.

Jetzt können die Längsträger gelegt werden. Lasse dich vom niedrigen Gewicht der Polycarbonat Stegplatten, die oben drauf gelegt werden, nicht täuschen, denn die Konstruktion wird schwer belastet durch das Gewicht von Regenwasser und Schnee sowie durch die Windstärke. Deshalb solltest du einen Längsträger pro Laufmeter verbauen. Dazu kommen noch zwei Längsträger für jede Seite. Das bedeutet, dass für ein Dach von 4 Metern Breite insgesamt 6 Längsträger benötigt werden.

Die Längsträger werden mit Metallwinkeln (erhältlich in jedem Baumarkt) an den Fassaden- und Querbalken befestigt. Verwende stabile Schrauben mit einem Durchmesser von mindestens 4 mm und einer größtmöglichen Länge.

Schritt 4: Polycarbonat Platten befestigen

Polycarbonat Stegplatten sind sehr stark; nahezu unzerbrechlich. Faktisch sind diese Platten das stärkste Glied des ganzen Terrassendachs. Trotz der enormen Materialstärke lässt sich diese Platte aber leicht bearbeiten. Wir empfehlen dir, eine Polycarbonat Stegplatte von mindestens 16 mm Dicke zu verwenden. Bei zahlreichen Webshops kannst du die Kunststoffplatten schon auf Maß zuschneiden lassen. Das Bohren der Schraubenlöcher mußt du aber selber erledigen. Dazu nimmst du am besten einen Kegelbohrer.

Lege jetzt die erste Platte auf die Längsträger unter Berücksichtigung von 2 – 3 cm Abstand zwischen dem Rand der Stegplatte und der Mauer. Bohre nun das erste Schraubenloch an der Seite der Stegplatte. Die Schraube muss in der Ecke auf den Fassadenbalken treffen. Befestigen nun die erste Stegplatte mit einer Schraube. Nun kannst du die Platte auf der Konstruktion ausrichten. Wenn die Platte gut liegt, bohrst du das zweite Loch, auch wieder in der Ecke des Fassadenbalkens, und schraubst die Platte mit der zweiten Schraube fest. Kontrolliere genau, ob die Platte gut liegt, parallel zu den Längsträgern.

Wenn dies der Fall ist, kann die Platte definitiv befestigt werden. Verwenden unter jedem Schraubenkopf eine breite Unterlegscheibe, auch Karosseriescheibe genannt. Drehe die Schraube nicht zu fest an. Sobald die Karosseriescheibe fest gegen die Platte anliegt, ist die Schraube gut angezogen. Beginne mit dem Anschrauben am Fassadenbalken und anschließend an den Längsträgern. Arbeite dich von der Fassade bis zur langen Seite vor, und befestige die Stegplatte pro 50 cm mit einer Schraube.

Schritt 5: Terrassendach vollenden und wasserundurchlässig machen

Um das Terrassendach wasserundurchlässig zu machen, ist es notwendig, dass du zwischen den Stegplatten ein H- Profil verwenden. Entlang den Seiten kannst du ein U- Profil anlegen, um zu verhindern, dass Feuchte und Schmutz in die Stegplatten geraten. Die U- Profile sind im Baumarkt erhältlich; für jede Plattendicke ist ein passendes Profil zu finden.

Es sind Profile mit Gummilaschen erhältlich, die für eine wasserundurchlässige Abdichtung sorgen. Wenn du Profile kaufst, die diese Ausführung nicht haben, dann müssen die Ränder entlang den Profilen „zugekittet“ werden. Für das Zukitten müssen die Stegplatten gründlich entfettet werden. Um Hineinregnen beim Fassadenbalken zu verhindern, muss ein sogenannter Wandanschluss gegen die Fassade angebracht werden. Hierfür sind verschiedene Produkte auf dem Markt. Du kannst am besten ein L-förmiges Aluminium – Profil verwenden, das du mit Schrauben und Dübeln an der Mauer befestigst. Anschließend müssen die Ränder entlang der Mauer und der Stegplatte mit Silikon abgedichtet werden.

Zum Schluss kannst du an der niedrigen Seite eine Dachrinne anbringen, denn ein Terrassendach fängt viel Regen auf. Mit Rinnenhaltern befestigst du die Dachrinne am Querbalken. Das Regenrohr kannst du ordentlich an einem der Pfähle befestigen.

Das war es auch schon.

Jetzt kannst du ganz entspannt auf den nächsten Regen warten und dich freuen, wenn du unter deinem neuen selber gebauten Terrassendach im Trockenen sitzt!

Du siehst, ein Terrassendach selber zu bauen, lohnt sich auf jeden Fall!

1 Kommentare

  1. Gerade jetzt im Regen eine tolle Sache, so ein schützenden Dach! Ein sehr ausführlicher Bericht zum nachbauen. Euer Außenwohnzimmer macht wirklich Lust zum loslegen 🙂
    Viele Grüße
    Julia von Mach mal

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