#Vanlife – Patascha´s World im Interview

Letzte Woche waren wir von Freitag bis Sonntag das erste Mal so richtig mit unserem neuen Kasten „Martha“ im Rheingau unterwegs und haben ausgecheckt, wie das Vanlife mit dem neuen „Teil“ so funktioniert.

Eine Nacht standen wir auf einem Stellplatz eines Weinguts in Eltville, die zweite Nacht haben wir oberhalb von Lorch am Rhein, auf einem tollen Natur-Campingplatz, verbracht.

Schon die Anfahrt zum Platz war spektakulär. Auf einem schmalen Weg ging es durch die Weinberge, immer mit fantastischem Blick auf den Rhein.

Fazit: Wir haben bei unserem ersten Kastenwagen-Trip gleich mal ein bißchen die Grenzen ausgelotet und den terrassenförmig angelegten Stellplatz auf dem Campground dann mal mit der Trittstufe ein wenig „umgegraben“. Will sagen, die Trittstufe hat aufgesetzt, weil die so verflucht niedrig angebracht ist.

Wir denken, diese elektrische Trittstufe, die wahrscheinlich sowieso genau dann nicht mehr einfährt, wenn du es gar nicht gebrauchen kannst, muß ab. Wir werden sie gegen einen einfachen Tritt ersetzen.

So, wie das unsere Campingplatz-Nachbarn, die wir am Wochenende kennengelernt haben, auch schon ewig machen. Die waren mit einem fast 30 Jahre alten VW LT mit „Sven Hedin“ Ausbau am Start waren. Schönes Oldschool-Womo!

…und falls du mal ein neues scharfes Schälmesser für den Camper, bei uns heißt das „Kneipchen“, benötigst, kannst du gerne auf eines vom blaugelben Möbelriesen mit den vier Buchstaben zurückgreifen. Die Dinger sind schärfer, wie gedacht, wie wir beide am eigenen Leib beim schnippeln im Camper spüren dürften. Autschn, hätte Maulwurfn geschrien 🙂

Okay, wir haben dich jetzt genug mit unseren Rookie-Stories gelangweilt.

Es wird Zeit, an die Vanlife-Experten von Patascha´s World abzugeben.

Die beiden überaus sympathischen Luxemburger haben wir auf dem diesjährigen Caravan-Salon am Stand von park4night kurz kennengelernt.

Nach dem Kennenlernen waren wir neugierig, wollten mehr Infos über Tascha, Patrick und Betty und haben ihnen deshalb ein paar Fragen gestellt, die sie uns gerne beantwortet haben. Danke dafür.

Da wir jetzt auch öfter unterwegs sein werden, wenn auch nicht dauerhaft, wie die Pataschas, freuen wir uns schon auf ein nächstes Treffen. Wenn man sich nicht zufällig vorher über den Weg fährt, werden wir uns bestimmt am 27. & 28. Juli 2018 sehen.

…denn da wird das erste, von den Pataschas ins Leben gerufene Freiheitsmobile-Treffen stattfinden.

Mehr darüber erfährst du auf freiheitsmobil.com

Wenn du da Bock drauf hast, kannst du dir hier direkt Tickets ordern: https://www.eventbrite.de/e/freiheitsmobile-treffen-2018

Haben wir auch gerade gemacht, weil wir da mega Lust drauf haben.

Was uns an den Interview-Antworten der Pataschas besonders gefallen hat? Daß sie so ehrlich waren und auch mal die Schattenseiten des Vanlife aufgezeigt haben.

Wir finden, die Maxime „collect moments, not things“, passt gut zu den Pataschas und ihren Antworten.

Was meinst du?

1. Bitte stellt euch kurz vor.

Wir sind Tascha und Patrick, Digitale Van Nomaden, Outdoor- & Adventure Fans, Träumer und positive Weltveränderer. Wir leben die grösste Zeit in unserem rollenden Zuhause namens „Betty“.
2016 haben wir unser reguläres Leben über Bord geschmissen, das Eigenheim verkauft, die Jobs gekündigt und uns für ein etwas anderes Leben entschieden. Wir lieben ausgedehnte Wanderungen, Natur, Sonne, Strand und Meer, gutes Essen, Roadtrips und neuerdings auch die Berge.
Wir sind zwei spontane Menschen, die es lieben tun und lassen zu können was sie wollen.
Seit 1997 gibt es uns nur noch im Doppelpack. So ist unter unseren Freunden der Name „Patascha“ entstanden.
Heute besitzen wir den Blog Patascha’s World (http://pataschasworld.com), wo wir über unser abenteuerliches Leben, den Selbstausbau unseres Campervans „Betty“ und nützliche Tipps zum Thema Vanlife berichten.
Online sind wir fast überall zu finden: auf Facebook, Instagram und Youtube (unter dem Namen Patascha).

2. Mit welchem Fahrzeug seid ihr unterwegs und warum ist es genau dieser Van geworden?

Wir sind mit einem Ford Transit namens „Betty“ unterwegs, einem ehemaligen Lieferwagen aus dem Jahre 2012.
Als wir uns dazu entschieden hatten Europa im Campervan zu erobern, war der kleine Lieferwagen uns sofort ins Auge geschossen. Er stand nicht weit von unserem Zuhause in Luxemburg zum Verkauf. Der Verkäufer war an dem Zeitpunkt in Urlaub, was dazu führte das wir das Auto spontan per SMS kauften! Dies haben wir bis heute nicht bereut, denn Betty ist perfekt für unseren Einsatz.
Da wir auf allen befahrbaren Strassen Europas damit unterwegs sein wollen, hat er die perfekte Grösse. Wir haben zwar keine Stehhöhe, deshalb können wir unseren Camper aber auch schon mal in einer Tiefgarage abstellen und den meisten Höhenbegrenzungen trotzen. Zudem ist unser Van ziemlich „unauffällig“, sagen wir mal er fällt nicht sofort als Camper auf. Das war für uns auch ein wichtiger Kauffaktor…und er war schwarz!

3. War der Selbstausbau eures Wagens schwierig, habt ihr alles selber gemacht?

Wir haben den Ausbau komplett selbst übernommen, was uns höllischen Spass machte!
Am Tag wo wir unsere Betty abholten, wollten wir eigentlich am Liebsten sofort damit losfahren. Doch mit einem leeren Transporter geht das schlecht… Also nahmen wir uns vor, den kompletten Einbau in 30 Tagen zu realisieren.
Alles musste rein, eine gemütliche Wohn-/Schlafecke, eine Küche und ein Klo und das auf fünf Quadratmeter! Wir haben damals ohne grossen Plan einfach drauf los gebastelt und nach dem Fixieren der ersten Leiste hat sich der restliche Ausbau dann einfach so ergeben. Wir würden die Aufteilung in unserer Betty immer wieder genau so gestalten wie sie heute ist.
Klar haben sich nach über einem Jahr einige Dinge bewährt und andere nicht so sehr. Das ist ja auch das Schöne an einem Selbstausbau. Man hat ständig die Möglichkeit die Einrichtung selbst zu optimieren. Momentan haben wir wieder neue Ideen und einige grössere Umbau-Projekte stehen an. Natürlich werden diese auch wieder fleissig dokumentiert.

4. Warum heisst euer Van „Betty“?

Warum unser Van Betty heisst ist eine lustige Geschichte:
Es war an dem Tag, als das luxemburgische Fernsehen (RTL) uns in eine Livesendung einlud. Also machten wir uns auf nach Luxemburg-Stadt in die Fernsehstudios. Alles lief glatt bis nach dem Interview auf dem Nachhauseweg. „Black Betty“ von Ram Jam lief im Radio und unser Reifen platzte auf der Autobahn.
Es war nichts weiter passiert, doch da standen wir nun mit unseren Warnwesten hinter der Leitplanke auf der Autobahn, warteten auf den Abschleppdienst und hatten einen Ohrwurm… “Whoa, black betty bam-a-lam… „
Genau so erhielt unsere „Black Betty“ ihren Namen.

5. Vermisst ihr etwas, seitdem ihr „tiny“ lebt? Kommt ihr gut auf dem doch recht kleinen Raum zurecht?

Eigentlich vermissen wir gar nichts. Auch wenn’s klein ist können wir überall behaupten „zuhause“ zu sein. Manchmal vermisst man doch die Stehhöhe, zum Beispiel wenn man sich morgens die Hose anzieht und sich schnell aufrichtet. Doch das entschädigt sich immer dann, wenn man wieder mal unter eine Höhenbegrenzung eines Parkplatzes hindurchpasst und somit doch am Strand stehen kann. „Tiny“ können wir nicht behaupten, denn mit offener Tür ist die Welt verdammt gross!

6. …und natürlich darf auch die Frage, die ihr bestimmt schon tausend mal gehört habt, nicht fehlen:
Womit verdient ihr euer Geld?

Natürlich haben wir Ersparnisse, die von unserem Hausverkauf stammen und uns den Start in dieses verrückte Leben erst ermöglicht haben.

Nebenbei verdienen wir unser Geld mit Freelance Jobs wie z.B. Übersetzungen, Korrekturlesungen, Social Media Beratung, virtuelle Assistenz usw. Dafür gibt es Online-Plattformen, wo man sich eintragen kann. Ein paar Ideen für eigene Projekte haben wir natürlich auch. Denn das grosse Ziel ist, sich ein eigenes Ding aufzubauen, womit wir uns komplett selbst finanzieren können. Für nächstes Jahr haben wir zum Beispiel ein grösseres Treffen für „Freiheitsmobile“ in Luxemburg geplant. Dieses Treffen soll alle Leute zusammenbringen, die sich für’s Reisen und Leben im Camper interessieren. Alle Infos zum Treffen und der Freiheitsmobile-Community findet man auf http://freiheitsmobil.com 

7. Auch ein, zumindest für uns, wichtiges und spannendes Thema: Krankenversicherung.
Wie seid ihr versichert? Privat, gesetzlich,…? Wie funktioniert das in Luxemburg?

Da unser Gewerbe in Luxemburg gemeldet ist, besitzen wir auch dort einen offiziellen Wohnsitz und zahlen somit in die gesetzliche Krankenkasse ein. Natürlich haben wir auch eine Auslandskrankenversicherung, die uns in allen nur erdenklichen Situationen abdeckt, wenn wir „on the road“ sind. Ja, das kostet uns eine ganze Stange Geld, aber ohne will man dann doch nicht sein…

8. Wo seid ihr aktuell unterwegs? Macht uns doch mal ein bisschen neidisch, am besten mit ein paar tollen Bildern.

Die meiste Zeit sind wir ja mit unserer Betty „on the road“. Doch in diesem Moment befinden wir uns tatsächlich in Luxemburg. Gerade sind wir aus Südtirol zurück, wo wir am 1.Camper Van Summit Meeting teilgenommen haben. Jetzt haben wir in Luxemburg ein paar Termine, unsere Betty braucht neue Winterreifen, Bremsen und wir müssen zum TÜV.

Des weiteren stehen auch wieder einige Optimierungen im Van auf dem Programm. Wir sind ständig dabei unsere Betty zu perfektionieren. Unterwegs und auf verschiedenen Camper-Treffen kriegt man immer neue coole Ideen. Es wird also wieder geschraubt, Löcher gebohrt und gebastelt. Natürlich wird wie immer fleissig darüber berichtet.

Danach geht’s ganz sicher wieder auf die Strasse…wahrscheinlich Richtung Süden.

9. Steht ihr mehr „frei“ oder eher auf Stellplätzen und Campgrounds, wenn ihr unterwegs seid?

Am liebsten stehen wir frei. Das heisst aber nicht, dass man uns auf einem Stell- oder Campingplatz nicht antreffen kann. Wir steuern gerne auch mal einen Campingplatz an, wenn wir auf der Suche nach einer Dusche oder freiem W-Lan sind oder Wäsche waschen müssen.
Wie bereits erwähnt fallen wir mit unserem Van nicht als Camper auf. Unsere Orte zum Übernachten suchen wir uns meistens mit der Park4night-App. Denn das ist genau die passende App für unsere Zwecke. Man findet sowohl den offiziellen Stellplatz wie auch die inoffizielle Lichtung im Wald. Wir lieben alles: inmitten einer grossen Stadt zu schlafen, auf einem Lost Place oder in freier Natur. 

Eins ist uns aber sehr wichtig. Wenn wir frei stehen, dann unauffällig und stets abfahrbereit. Der Platz sieht beim Verlassen mindestens genau so aus wie wir ihn vorfanden, wenn nicht sogar sauberer. Wir haben schon so einige schöne Plätze von Müll befreit.

10. Zu guter Letzt: Habt ihr einen ultimativen Tipp für jemanden der auch Van-bzw. Digitaler Nomade werden möchte oder zumindest plant, eine längere Reise mit dem Wohnmobil zu machen?

Jeder, der eine längere Reise in einem Campervan plant, sollte es erst eimal an Hand von Kurztrips austesten! Denn Vanlife ist nicht’s für Jedermann. Es sieht auf den Bildern immer ganz toll aus…ist es manchmal aber nicht. 

Es scheint nicht an jedem Tag die Sonne. Und auf Dauer auf engstem Raum zusammen zu leben, das verkraftet nicht jede Beziehung. Als Digitaler Nomade kommt noch hinzu, dass man sich oft entscheiden muss, schöne Aussicht oder gutes W-Lan. 

Somit raten wir jedem: zuerst Austesten, bevor man sich in’s Abenteuer stürzt! Heutzutage hat man so viele Möglichkeiten sich einen Camper zu mieten bevor man in ein eigenes.Gefährt investiert.

4 Kommentare

  1. Coole Scheiße, da surft man das WWW und trifft in Eurem Blog auf Leute aus der nächsten Umgebung, die einen völlig neuen Lebensentwurf umsetzen. Habe mir natürlich umgehend die Seite von Patscha´s World angesehen und bin begeistert.

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