Der raumluftunabhängige Kaminofen einfach erklärt

Die Begriffe raumluftunabhängiger Kaminofen und Außenluftanschluss werden selbst im Handel oft missbräuchlich verwendet. Daher wollen wir hier etwas Klarheit schaffen.

Vorweg, ein Kaminofen mit Außenluftanschluss ist noch lange nicht raumluftunabhängig, aber ein raumluftunabhängiger Kaminofen hat immer einen Außenluftanschluss.

Ein Außenluftanschluss am Kaminofen empfiehlt sich bei modernen, gut gedämmten Neubauten mit absolut dichten Fenstern. Da kaum Luft von außen in das Gebäude strömen kann, verbraucht der Ofen den Sauerstoff aus der Raumluft. Viele Kaminöfen bieten die Möglichkeit einen Luftschlauch anzuschließen, der den Ofen mit Verbrennungsluft von außen versorgt. Dieser Luftschlauch kann wahlweise durch die Wand ins frei Verlegt werden, durch die Decke in den Keller oder an den Luftkanal eines dafür vorgesehenen Schornsteins angeschlossen werden.

Raumluftunabhängige(RLU) Kaminöfen gehen nun noch einen Schritt weiter. Sie haben nicht nur einen Außenluftanschluss, sondern auch einen besonders dichten Korpus und eine selbstverriegelnde Tür. Die Türe wird also nicht nur von einer Feder zugezogen bis diese anlehnt, sondern sie fällt in ein Schloss. Die Bezeichnung raumluftunabhängig darf der Ofen aber nur führen, wenn er diese Eigenschaften in einer Prüfung beim DiBt unter Beweis gestellt hat. Einen Kaminofen Onlineshop, der eine gute Übersicht über RLU Kaminöfen bietet finden Sie hier.

Nur ein DiBt geprüfter, raumluftunabhängiger Ofen kann in einem Haus mit Lüftungsanlage ohne Druckwächter betrieben werden. Der Schornsteinfeger verweigert sonst die Abnahme. Bei einer Lüftungsanlage gibt es besondere Vorschriften bezüglich des Betriebes von Kaminöfen (§4 MFeuVO Musterfeuerungsverordnung). Hintergrund ist der, dass bei einer Fehlfunktion der Lüftungsanlage ein Unterdruck im Haus entstehen könnte. Bei Unterdruck würde Luft über den Schornstein und den Kaminofen in das Haus gesogen. Brennt Feuer im Kaminofen, könnten dadurch Rauchgase aus dem Ofen austreten. Der raumluftunabhängige Ofen soll also nur einer Notfallsituation vorbeugen, die durch eine defekte Lüftungsanlage entstehen könnte.

Kaminöfen mit Außenluftanschluss aber ohne DiBt-Prüfung können auch in einem Gebäude mit einer Lüftungsanlage betrieben werden, wenn ein Differenzdruckcontroller installiert ist, der den bereits beschriebenen Notfall (Unterdruck) erkennt und dann die Lüftungsanlage ausschaltet. Von diesem Differenzdruckcontroller oder auch Druckwächter gibt es zwei Ausführungen. Bei einem einfachen Druckwächter geht einer der Fühler durch Wand nach Außen und misst den Druckunterschied zwischen draußen und drinnen. Die zweite Bauart ist speziell auf Kaminöfen abgestimmt. Hier misst der Fühler den Druck und die Temperatur im Kamin. Ist der Kaminofen gar nicht in Betrieb, der Kamin also kalt, muss der Differenzdruckcontroller gar nicht aktiv werden.

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Beispiel für einen raumluftunabhängigen Kaminofen: Spartherm a4 RLU

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