Die richtige Ladeneinrichtung für Ihre Zielgruppe

Wer einen neuen Laden plant, der bekommt häufig das Mantra „Location, Location, Location!“ zu hören. Denn der Standort hat einen entscheidenden Einfluss auf Erfolg und Misserfolg eines neuen Ladengeschäfts. Doch damit ist es nicht getan. Die Ladeneinrichtung entscheidet schließlich darüber, ob Menschen von der Straße ins Geschäft herein kommen und zu Kunden werden. Neumarketingexperten versuchen zu dekodieren, was unsere Kaufentscheidungen beeinflusst. Dazu zählt auch die Gestaltung des Ladengeschäfts. Die Wissenschaftler schätzen, dass sich dank einer an Erkenntnissen des Neuromarketings angelehnten LadeneinrichtungUmsatzsteigerungen von gut zehn Prozent erreichen lassen. Deshalb ist die strategische Planung der Ladengestaltung genauso wichtig wie der Businessplan.

Kundengruppe identifizieren

Um den Laden zielgruppengenau einzurichten, gilt es die Kundengruppe zu definieren und genau zu analysieren. Leitende Fragestellungen sehen zum Beispiel so aus: Was sind die Wünsche, Ansprüche und Motivationen der potentiellen Kunden? Womit kann sich die Kundengruppe identifizieren? Eine junge Klientel hat andere Erwartungen als Senioren. Die älteren Herrschaften werden momentan verstärkt als wichtige Nachfragegruppe wahrgenommen und zeigen bestimmte Vorlieben bei der Ladengestaltung. Die Themen Licht, Einsatz von Multimediageräten und Musik sind besonders relevant, und stoßen bei Senioren auf Missmut. Dabei haben die gleichen Dinge für eine junge Zielgruppe eine wichtige Symbolwirkung, sie können sich über Musik und im Geschäft vorhandene TV-Geräte mit dem Laden besser identifizieren. Auch beim Thema Farben unterscheiden sich junge und ältere Käuferschichten. Die jüngere Käufergruppe bevorzugt bunte, grelle Farben, da dies modern wirkt. Senioren fühlen sich hingegen von grellen Farben eher abgestoßen. Und doch haben beide Gruppen eins gemein: Die Sitzgelegenheiten. Sitzplätze sollten in jedem Fall zum Design des Ladens passen, schließlich erhöhen sie die Verweildauer im Geschäft, geben den Kunden ein Gefühl der Geborgenheit und stärken somit die Kundenbindung.

Zielgruppenzugehörigkeit der Verkäufer

Im Idealfall lassen sich Käufer und Verkäufer auf den ersten Blick nicht voneinander unterschieden. Das betrifft Alter, Kleidungstil und Habitus, folglich sollte der Verkäufer möglichst das Auftreten eines durchschnittlichen Kunden wiederspiegeln. Grundlegend geht es darum, dass sich Kunden mit den Verkäufern identifizieren können. Wird der Verkäufer vom Kunden als Vertreter der eignen Gruppe wahrgenommen, signalisiert das eine größere Vertrautheit und steigert die Kaufbereitschaft.

Die Sprache der Materialien

Die Beschaffenheit der Einrichtungsmaterialien signalisiert Wertigkeit oder das Fehlen dieser. Je nach Zielgruppe kann die Wirkung aber ganz anders ausfallen. Grundsätzlich suggeriert Holzmobiliar eine höhere Qualität als eine Ladengestaltung aus Metall oder Plastik. Von dem Aussehen des Materials und der Wertigkeit leiten Kunden automatisch auch den Wert der Ware ab. Wird ein höheres Preisniveau angestrebt, so muss auch die Ladeneinrichtung entsprechen edel ausfallen. Ausnahme stellen zum Beispiel Europaletten, die für ältere Käufer billig wirken, auf die junge Käuferschicht allerdings einen positiven Eindruck machen, weil sie Werte wie Individualität und Nachhaltigkeit betonen und sich von anderen Geschäften absetzen.

Grundsätze der Ladeneinrichtung, die Kunden zum Kauf zu animieren

Um möglichst einladend zu wirken, gilt es den Eingangsbereich frei von Waren zu halten. So kommen Menschen leichter von der Fußgängerzone ins Geschäft und fühlen sich nicht von der Warenpräsentation erschlagen. Die natürliche Rechtsorientierung der Blickpräferenz kann geschickt ausgenutzt werden, indem einige Schritte vom Eingang entfernt besonders beliebte Produkte platziert werden. Auch die Gestaltung des Ladens sollte die Führung der Kunden gegen den Uhrzeigersinn berücksichtigen. Der Bodenbelag hat entscheidenden Einfluss auf die Gehgeschwindigkeit des Kunden. Harte Untergründe regen zum schnellen Gang an, weiche Teppichböden suggerieren Qualität, Produkte werden näher betrachten und Kunden bewegen sich langsamer durch die Verkaufszone. Diese Prinzipien gelten übrigens für alle Käufergruppen und Branchen.

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