Zurück in die Vergangenheit: Historische Bäderkultur

Früher war alles besser, oder etwa nicht? Plumpsklos und Gemeinschaftsbäder waren in der Antike und im Mittelalter der Hit! Die heute vorwiegend wichtigste Funktion von Badezimmern, nämlich die der Körperpflege, hatte früher einen anderen Stellenwert. Wir begeben uns auf eine kleine Zeitreise.

Badezimmer in 2017

Wer heute sein Bad betritt, der findet Dusche, Badewanne, Waschbecken samt moderner Spiegelschränke mit integrierter LED-Beleuchtung und eine Toilette vor. Aber auch ganz moderne multifunktionale Möbel wie Wannen, die sich zu Sofas umwandeln lassen, sind keine Seltenheit. Ein ganz schöner Luxus, wenn man bedenkt, wie früher die Körperhygiene betrieben wurde.

Wie war es früher?

Die Antike

Wer denkt, dass Badewannen ein Luxus unserer Zeit sind, täuscht sich: Bereits 4500 v. Chr. besaßen die Herrscher Wannen aus Ton. Ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. entstanden öffentliche Badestätten und Thermen mit Schwimmbecken und Wannen. Diese Orte waren aber viel mehr gesellschaftlicher Treffpunkt als reiner Ort zu Pflege, da dort auch musiziert wurde und man sich mit seinen Freunden traf.

Das Mittelalter

In der Zeit zwischen dem 13.-14. Jahrhundert begann man gemeinsam zu baden. Bis zu 15 Personen beiden Geschlechts badeten gemeinsam in einer großen Wanne. Das Wasser wurde mit einem Glühofen betrieben, der mit Holz angefeuert wurde Nachdem sich dann im 14. Und 15. Jahrhundert die Pest ausbreitete änderte sich das Verhältnis zum Wasser, da man dachte, dass das Wasser eine gesundheitliche Gefahr darstelle. So fing man an, sich trocken abzureiben und nur noch Teilwaschungen zu praktizieren.

Das private Bad

Im 19. Jahrhundert entstanden private Räume, die für die Körperpflege genutzt wurden – Badezimmer. Aber erst ab dem 20. Jahrhundert war die Mehrheit der Europäer im Besitz eines eigenen Bades. Zuvor badete man in Bottichen in der Küche, in der Waschküche oder in öffentlichen Bädern. Erst in den 30er-Jahren begann man, die Badezimmer wohnlicher zu gestalten.

Bei dem Blick zurück dürfen auch die damaligen Toiletten nicht vergessen werden. Eine etwas „spezielle“ Auflistung findest du hier:

Toiletten im Überblick

  • Der Nachttopf: Der Topf wurde am nächsten Tag auf der Gasse entleert.
  • Der Kackstuhl: In der Neuzeit benutzten die Könige die Vorrichtungen sogar, wenn sie Besuch empfingen.
  • Menschliche Dixi Klos: Im 18. Jahrhundert gab es auf der Straße Männer und Frauen mit langen Mänteln, die einem, wenn man mal musste, den Eimer hielten.
  • Latrinen: Die Abflussrohre der römischen „Toilette“ führten in die Klärgrube oder in den Graben. Auf 20 Sitzen ohne Trennwände traf man sich auch hier mit seinen Freunden.

The latrine at the ancient city of Ephesus, located in southwest Turkey.

Die früheren Zustände hatten auch gesundheitliche Schäden, so fanden Forscher an den Latrinen fossile Exkremente, in denen es nur so an Flöhen, Zecken oder Läusen wimmelte.

Zum Glück ist das heute nicht mehr so krass. Trotzdem sollte man gerade im Bad auf Sauberkeit achten, hin und wieder den Pinsel schwingen und bißchen was erneuern. Da heißt es dann von Zeit zu Zeit: Renoviere doch mal wieder dein Bad.

Das haben wir demnächst auch vor. Aber erst muß der Flur mal fertig gemacht werden.

Bild: © istock.com/ca2hill

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