Caravan Salon 2018 – ein Messebericht-Versuch :-)

…ich nehm dich mit nach Düsseldorf, singt Campino in einem Song von den Hosen. Wahrscheinlich hatte er beim Texten eher die Altstadt und zwei bis elf Altbier im Sinn, als den jährlich stattfindenden Caravan Salon.

Auf Letzterem waren wir letzte Woche auch mal wieder. Genächtigt haben wir auf einem Parkplatz, ca. fünf U-Bahn-Minuten von der Messe entfernt. Kostenlos und ganz zentral gelegen. Nein, wir werden den Spot hier nicht nennen, sonst finden wir womöglich dort in Zukunft kein Plätzchen mehr.

Mag ja egoistisch sein, zumal wir auch selbst immer gerne die park4night App nutzen, aber selber suchen macht froh :-) Zwei Minuten Tante google bemühen und du weißt Bescheid.

Warum wir nicht auf P1 standen? Irgendwo haben wir gelesen, daß man das einmal im Leben machen sollte. Haben wir schon hinter uns, damals als es noch keine so große „Camping-Blogger-Hastenichtgesehn-Szene“ gab, wurden wir mal von einem Caravan- und Womohersteller auf eine Nacht in einen auf P1 abgestellten Teilintegrierten eingeladen.

Was sollen wir sagen, war ganz nett, aber eher nicht so unser Ding.
Klar, hier und da ein Schwätzchen halten und mit Bekannten ein Bierchen zischen, ist schon ganz cool, aber ein Stellplatz-Highlight wurde P1 trotzdem nicht für uns.

Okay, wat war los auf der Messe? Ne ganze Menge, um es kurz zu machen. Aber irgendwie war fast alles beim Alten.

Keine neuen richtig coolen Inneneinrichtungen, keine neuen Materialien, nix was uns so komplett umgehauen hätte. Okay, ein paar Tiny Houses gab es auf dem Freigelände zu bestaunen. Das war schon mal gut. Die Oldie-Wohnwagen und Wohnmobile sind auch immer toll anzuschauen.

 

Nur die „mutigen“ Ausbauer, die mal Altholz, wie in vielen selbstausgebauten Vans, in die Hand nehmen, weniger Plastik verarbeiten und nachhaltigere Materialien nutzen, haben wir nicht entdeckt. Okay, so ein paar Bullis haben wir gesehen, die echtes Holz im Innenraum verbaut hatten.

Ihr Kastenwagen-Ausbauer, wie wäre es mit z. B. auch mal mit Kork? Da sind uns neulich beim Einkauf für ein DIY Projekt diese Korkbodenbeläge bei Toom aufgefallen und wir haben ernsthaft überlegt unseren Boden im Womo damit fußwarm und gemütlicher für den Winter zu machen. Das haben wir auch schon bei einigen Selbstausbauern gesehen.

Ach ja, diese Korkböden gibt es natürlich auch bei anderen Baumärkten, aber mangels Alternativen, greifen wir halt immer auf den ortsnahen Baustoffhändler zurück. Wir wohnen halt aufm Kaff :-)

Gut, nochmal zurück zu den Materialien für einen Womo-Innenausbau. Mittlerweile kann man doch auch sämtliche Muster und Dekore, wie z. B. bei Laminat imitieren, die dazu noch sehr echt aussehen.

Warum machen die Ausbauer von klassischen Kastenwagen nicht auch mal aus diesen Dekoren schöne Möbel und den Boden aus Kork?

Ja, wir schweifen ab und kommen jetzt erstmal zur etwas längeren Version des Messebesuchs-Posts.

…und die geht so: Zu allererst steht ja die Frage im Raum, warum man da jedes Jahr hin muß. Sig fragt sich und mich das auch immer. Sie sagt, wir haben unseren Kasten doch jetzt, brauchen nix Neues und so viele spektakuläre Neuerscheinungen gibt es doch eh nicht.

Naja, sie hat die Rechnung ohne den Wirt, äh Sven gemacht, weil es für die männliche Fraktion immer etwas zu gucken gibt. Svens Interesse gilt da eher den Innenausbauten, als den Komplettfahrzeugen an sich.

Man könnte ja doch mal in die Verlegenheit kommen, sich einen Kastenwagen selber auszubauen und da muß man ja gut vorbereitet sein, nicht wahr?

Ein paar ganz spannende neue Raumaufteilungen haben wir entdeckt, wie zum Beispiel bei Vantourer. Die haben den Wassertank unters Auto verfrachtet und es mit einem klappbaren Bett hinbekommen, zwei Bikes innen zu transportieren, ohne sie zerlegen zu müssen. Also es gab schon das ein oder andere Highlight, das sich Sven im Hinterkopf behalten hat. Für alle Fälle. Is klar, ´ne?

Wir könne das Meckern ja nicht lassen und kommen deshalb noch mal auf das eingangs Erwähnte zurück. Wir wundern uns ja nach wie vor, daß gerade im Kastenwagen-Sektor immer noch so klassisch eingerichtet wird. Also die Materialien sind für unser Nutzungsverhalten einfach zu schnieke.
Wir denken da an Sondermodelle, die den Charme einer sterilen Zahnarztpraxis, gemixt mit einem Solarium vermitteln, mit ein wenig blauem BlingBling LED Licht oder an die weißen Kunstledersitze, die bei uns garantiert nach einem Kurztrip zweifarbig wären oder zumindest ein interessantes Muster aufweisen würden.

Obwohl, zweifarbige Sitze sind scheinbar das non plus ultra im Womo-Sektor, zumindest wenn es nach den Designmenschen geht. Warum macht man die Sitze nicht einfach mal grau oder schwarz und einfarbig?

Wahrscheinlich liegen wir mit unserem Geschmack aber ganz weit hinten und der Großteil der Käufer fährt auf die genannten Geschichten voll ab. Wir könnten solche einfarbigen Sitze ja gegen eine Aufpreis bestellen, meinte mal ein Verkäufer zu uns.

Ja, kann man machen, aber nicht für Unsummen. Da wäre ein Sitzbezug dann doch die günstigere Alternative.

Gut, Sitze und Polster haken wir mal ab, kommen wir jetzt zu den Möbeln. Warum müssen wir denn ausgerechnet bei einem Hersteller, der augenscheinlich mit einem echt tollen Hipster Logo die junge Menge ansprechen möchte, langweilige dunkle, etwas an „Gelsenkirchener Barock“ erinnernde Möbel erblicken?

Vor ein paar Jahren hatten wir schon mal einen ähnlichen Artikel verfasst und uns damals gewundert, daß gerade im Kastenwagen-Bereich alles etwas fad und zu klassisch daherkommt.

Warum gehen die Interieur-Designer nicht mal auf Insta, Pinterest und Co., geben den Begriff “Vanlife“ ein, sondieren die Lage, picken sich ein paar coole Möbel und Gadgets raus und designen los.

Jaja, wir wissen was jetzt kommt, der Massenmarkt will das nicht und bliblablub. Wir meinen, der Branche geht es so gut, da sollte man doch auch mal innovativ und mutig sein und ein ganz anderes Innendesign entwerfen. Dann noch eine Limited Edition draus machen, am besten in Zusammenarbeit mit Influencern aus der Womo-Szene und die Dinger sind so gut wie verkauft. Basta.

Bei den Teil- und Vollintegrierten kann man ja die klassische Linie beibehalten. Kein Ding.

Äh, sorry, wir wissen es. Eigentlich sollte das ein ganz normaler Messebericht werden, aber wir haben uns da wohl wieder mal beim Innendesign verrannt. Tut uns leid. Um die ganzen Neuheiten mitzubekommen solltet ihr dann wohl doch besser ein wenig youtuben und euch Vlogs darüber anschauen. Die Filmemacher könne das besser, wie wir Schreiberlinge.

Sonst noch was? Ja, noch so ein „Design-Fauxpas“. Noch nie im Leben haben wir so eine hässliche Salami-Pizza serviert bekommen, wie bei einem nicht gerade günstigen Italiener in Düsseldorf. Die hat einigermaßen geschmeckt, sah aber so aus als käme sie direkt aus dem Tiefkühlregal eines Discounters.

Ey Campino, wir hoffen das das nicht dein Stamm-Italiener ist. Und wenn ja, dann hast du vor dem Besuch dort hoffentlich schon 7 Altbier intus.

In diesem Sinne. Wir freuen uns schon auf den nächsten Caravan-Salon und stehen bis dahin gerne den Kastenwagen-Ausbauern in Sachen Designfragen zur Verfügung.

PS: Verdammt, uns geht jetzt der Wannsee-Song nicht mehr aus dem Kopf.

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.