Tipps und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Restaurieren von Holzfenstern

Holzfenster können optisch so richtig was hermachen. Bei einem Fachwerkhaus sind sie ein Muss; bei einer modernen Designervilla, können Holzfenster einen Kontrast zur modernen Form schaffen. Doch das Naturmaterial muss ausreichend gepflegt werden, sonst sieht es schnell grau aus, bekommt Risse und hält nicht mehr dicht. Also einfach einen Pinsel nehmen und ab und an etwas lackieren? Ganz so einfach ist es nicht. Aber mit etwas Geschick, Geduld und der unten stehenden detaillierten Anleitung gelingt es, dass die Fenster lange – oder wieder – wie neu aussehen.

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Lohnt sich eine Restauration überhaupt noch?
Bevor sich ein Hobbyhandwerker ans Werk macht, sollte er sich überlegen, ob es überhaupt noch sinnvoll ist, die alten Fenster zu reparieren oder ob nicht die Investition in neue Fenster geeigneter wäre. Bei Schimmel, arg verzogenen Rahmen oder einer Verglasung, die nur schlecht isoliert ist, lohnt sich eine Restauration eher weniger. Aufgrund des besseren Wärmeschutzes können bei modernen Fenstern zudem noch Heizkosten eingespart werden. Bei alten Bauten ist außerdem zu beachten, dass die Fenster nicht immer Standardgrößen haben. Für die Suche nach einem passenden Ersatz ist der Online-Shop von fensterversand.com geeignet. Mit ihm können Holzfenster nach Maß bestellt werden.

Die optimale Vorbereitung
Sind die Fenster jedoch noch in einem akzeptablen Zustand, kann man mit der Holzpflege beginnen. Doch gleich vorab: Der Winter eignet sich nicht für eine Restauration, da die Lacke und Lasuren bei kalten Temperaturen wesentlich länger brauchen, um zu trocknen. Am besten sind warme Frühlings- oder Sommertage, an denen die Luftfeuchtigkeit relativ niedrig ist. Dann kann man, wenn man in den Morgenstunden mit der Restauration beginnt, das Fenster am späten Nachmittag wieder einsetzen.

Das benötigte Material
Um Holzrahmen wieder wie neu aussehen zu lassen, sollten man unten stehendes Material griffbereit haben. In einem größeren Baumarkt findet man in der Regel alle Utensilien.

  • Hochwertige Pinsel, die ihre Borsten nicht verlieren. Für Fensterrahmen sind Pinsel besonders gut geeignet, deren Borsten schräg abgeschnitten sind, sogenannte Fensterpinsel.
  • Schleifpapier in einer fein- und einer grobkörnigen Ausführung
  • Spachtelmasse speziell für Holz in der richtigen Farbe
  • Spachteln in unterschiedlichen Breiten und Formen (bei Rissen im Holz)
  • Lack oder Lasur

Wer möchte, kann die alte Farbe beziehungsweise den alten Lack auch chemisch mit einer Beizlösung entfernen. Dann braucht man allerdings eine Schutzausrüstung (Schutzbrille, Handschuhe für chemische Arbeiten, Atemschutz), da die Flüssigkeit ätzend wirkt. Lassen sich die Farbreste restlos abschmirgeln, kann auf das Beizen verzichtet werden.

In 3 Schritten zum restaurierten Holzfenster

  • Schritt 1: Der alte Lack muss weg!
    Zu Beginn wird mit einem groben Schleifpapier die komplette alte Lack- oder Lasurschicht entfernt. Bei besonders hartnäckigen Farbresten sollte man zusätzlich beizen. Die aggressive alkalische Chemikalie löst allerdings nicht nur Lackreste, sie kann auch die Dichtungen und den Fensterkitt beschädigen. Daher sollte man mit einer relativ neutralen Lösung beginnen; nur wenn nötig, sollte eine höher konzentrierte Lauge verwendet werden. Dabei sollte der Raum gut gelüftet werden, da sonst die inneren Organe Schaden nehmen können. Manche Experten raten dazu, beim Verwenden einer Beize die Verglasung aus dem Rahmen zu lösen. Mit neuem Fensterkitt kann man das Glas nach der Holzbehandlung wieder einsetzen.
  • Schritt 2: Schmutz und Schleifstaub entfernen
    Ist das Holz besonders stark der Witterung ausgesetzt oder wurde die Pflege bisher vernachlässigt, können sich Risse entlang der Maserung bilden. In diesen Spalten sammeln sich Schmutz und Feuchtigkeit. Mit Spachteln sollten die Risse so sauber wie möglich gekratzt werden. Trägt man dabei etwas Holzmasse ab, ist dies nicht weiter schlimm. Mit einer Spachtelmasse, die speziell für Holz und im Farbton des Rahmens sein sollte, werden die sauberen Risse aufgefüllt. Sind sie besonders breit und tief, empfiehlt es sich, eine zweite Schicht aufzutragen, da die Masse beim Trocknen an Volumen verliert. Nach dem Spachteln sollte man mit einem feinen Schleifpapier nachbessern. Anschließend entfernt man mit einem trockenen Tuch diese Schleifreste.
  • Schritt 3: Grundierung und Lackierung
    Ist alles staubfrei, kann die Grundierung aufgetragen werden. Ist diese komplett gehärtet, kann man sie mit einem feinen Schmirgelpapier erneut anrauen. Dadurch hält die obere Lack- oder Lasurschicht besser. Ob man Lack oder eine Lasur verwenden sollte, bleibt jedem frei überlassen, beide haben Vor- und Nachteile. Lacke härten schneller und sind widerstandsfähiger, bei einer Lasur bleibt hingegen die Holzstruktur sichtbar. Bei Lasuren sollte nach zwei Jahren erneut gestrichen werden, bei Lacken nur nach Bedarf.

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