Wiederwild und das Tiny House


Ui, jetzt beschäftigt sich auch „Zeit online“ mit den Tiny Häusern und postet ein Video von wiederwild.org, die neulich ein Crowdfunding erfolgreich abgeschlossen haben.

LINK zum Video

Sie haben Geld für den ersten Prototypen ihres „Nestes“ gesammelt.

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photocredit: wiederwild.de

Wofür genau, entnehmen wir einfach mal der Startnext-Quelle und zitieren:

Worum geht es in dem Projekt?
Unser Prototyp trägt den Namen »Nest« und wird aus einem Grundbaustein – einem Modul aus Holz – gebaut. Diese simple Modulbauweise wird beim Bau der Wände, Decken und Böden angewendet. In allen Bauabschnitten setzen wir auf den Gebrauch von einfachsten Werkzeugen und verhältnismäßig günstigen Materialien. Das Design vom »Nest« basiert auf einem rechteckigen Grundmodul aus Konstruktionsvollholz und Sperrholzplatten, gefüllt mit einem natürlichen Dämmstoff, z.B. Wolle. Um dieses Modul zu konstruieren, könnt ihr das Holz durch Mitarbeiter des Baumarktes ganz einfach zuschneiden lassen.

Wie beim Bau mit Bauklötzen können die fertigen Module miteinander kombiniert werden. Die Grundfläche bildet ein Raster, auf dem ihr die Module zu euren individuellen Grundrissen arrangieren könnt. Oberstes Ziel ist aber die Machbarkeit! Wir wollen die beste Balance zwischen Kosten & Nutzen, aber vor allem zwischen Mensch & Natur herstellen.

An und für sich ein tolles Projekt.

Bleibt nur die Frage, ob das in Deutschland für den „normalen“ Mini-Hausbauer auch funktionieren würde.

Wie man aus einigen Kommentaren unter dem „Zeit Online Video“ rauslesen kann, beschäftigt das die Menschen.

Es ist also nicht nur damit getan, zu bohren, zu sägen und zu schrauben ( was glaube ich, auch nicht jeder kann, wie behauptet), sondern man benötigt ein Grundstück, braucht eventuell eine Baugenehmigung, wenn man es nicht als Gartenhaus deklarieren möchte, bzw selbst bei Gartenhäusern mit bestimmter Größe und benachbarten Bundesland muss man selbst dafür ein Okay einholen. Dann gibt es ja auch noch so nette Geschichten, wie den Zwangsanschluss an den Kanal usw.

Ich will jetzt hier kein Spielverderber sein, aber Fakt ist , dass man in Deutschland leider nicht einfach auf ’nem Grundstück ein kleines Haus bauen und darin dauerhaft wohnen darf, ohne vorher gewisse Regel und Gesetze  befolgt zu haben.

Klar, wenn man das Ganze als Projekt, Organisation, Vereins-Ding etc. deklariert, haut das meist hin, siehe wiederwild.

Aber als kleiner privater Minihausbauer sehe ich da aktuell keine Chance, sich mal eben paar Bretter im Baumarkt zuschneiden zu lassen und auf einem Stück Freifläche loszulegen.

Nicht falsch verstehen, wir sind ja schon seit Jahren Fans und Anhänger dieser autarken Tiny Houses, finden Earthships und Container Architektur total super und könnten uns durchaus vorstellen, später mal in einer Mischung aus allen dreien zu wohnen. Leider schreckt die Bürokratie momentan da ein wenig ab.

Die einzige aktuelle Chance, ein autarkes Tiny House zu bauen, sehen wir darin, es auf Räder zu stellen und es mobil zu machen.

Dann sieht die Sache schon ganz anders aus. Da kommen dann auch Campingplätze als “ Baugrund“ in Betracht, auf denen man das Tiny House ohne Probleme „parken“ kann.

Aber wir denken, je mehr das Thema „bezahlbare kleine Häuser mit einem Open Source Plan bauen“ öffentliches Interesse erlangt, desto einfacher wird es in Zukunft, so etwas zu realisieren.

Nicht zuletzt auch wegen der aktuellen Lage und der damit verbunden Wohnraumnot.

Strenge Bauvorschriften zu lockern, wäre doch mal ein erster Schritt in die richtige Richtung. Lasst doch die ganzen Kreativen da draußen mal machen. Mit weniger Reglementierung und einer gesunden Eigenverantwortung fällt bestimmt trotzdem kein Haus um. Klar. Elektrik- und Gasgeschichten sollten nach wie vor in Meisterhand bleiben, aber ein kleines Tiny House zu bauen, traue ich schon Einigen zu. (Sven)

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